Risk and innovation
The innovation dilemma
Richard Wagner’s “Flieder Monologue” captures a familiar contradiction: something may fall outside established rules and yet still be valid and genuinely new.
Richard Wagner
Die Meistersinger von Nürnberg
Zweiter Aufzug
Hans Sachs’ Fliedermonolog
Original German text
First performed: 21 June 1868, Munich
Was duftet doch der Flieder
so mild, so stark und voll!
Mir löst es weich die Glieder,
will, dass ich was sagen soll.
Was gilt’s, was ich dir sagen kann?
Bin gar ein arm einfältig Mann!
Soll mir die Arbeit nicht schmecken,
gäbst, Freund, lieber mich frei;
tät’ besser, das Leder zu strecken,
und ließ alle Poeterei.
Und doch, ’s will halt nicht geh’n.
Ich fühl’s – und kann’s nicht versteh’n –
kann’s nicht behalten – doch auch nicht vergessen;
und faß ich es ganz – kann ich’s nicht messen!
Doch wie wollt ich auch messen,
was unermeßlich mir schien?
Kein’ Regel wollte da passen
und war doch kein Fehler drin.
Es klang so alt und war doch so neu
wie Vogelsang im süßen Mai!
Wer ihn hört
und wahnbetört
sänge dem Vogel nach,
dem brächt’ es Spott und Schmach. –
Lenzes Gebot, die süße Not,
die legt’ es ihm in die Brust:
nun sang er, wie er mußt’!
Und wie er mußt’ – so konnt’ er’s;
das merkt’ ich ganz besonders.
Dem Vogel, der heut’ sang,
dem war der Schnabel hold gewachsen:
macht’ er den Meistern bang,
gar wohl gefiel’ er doch Hans Sachsen.
01
The new does not always fit established rules.
In Die Meistersinger, the old masters are asked to judge the novel song of an external candidate. It breaches many of their established rules and is initially rejected outright — yet ultimately proves to be an inspired work and a successful application.
This is the innovation dilemma: those who judge solely by the standards of what already exists may fail to recognise precisely what makes an innovation distinctive.